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Gesundheit, Impotenz

Mundgesundheit und Impotenz – gibt es einen Zusammenhang?

Trägt eine schlechte Mundgesundheit zur Häufigkeit und/oder Schwere der erektilen Dysfunktion in der männlichen Bevölkerung bei? Dieser Frage geht eine aktuelle Studie nach.

Schätzungsweise 322 Millionen Männer weltweit werden bis zum Jahr 2025 von erektiler Dysfunktion (ED) betroffen sein.1 Physikalische Ursachen wie Traumata, hormonelle Probleme oder Atherosklerose der Blutgefäße sowie psychologische Ursachen wie Angst und Depression führen dazu, dass eine Erektion nicht erlangt oder aufrechterhalten werden kann.2 Atherosklerose der Blutgefäße steht häufig in Verbindung mit anderen häufigen systemischen Erkrankungen wie Parodontalerkrankungen, Bluthochdruck und Diabetes.

INTERDISZIPLINARITÄT IM FOKUS

Ziel dieser Übersichtsarbeit ist es, die derzeitige Evidenz zusammenzutragen und zu stärken, indem sie sich auf Studien konzentriert, die Gruppen von Männern über 18 Jahren einschließen, um die Frage zu beantworten: „Trägt eine schlechte Mundgesundheit zur Häufigkeit und/oder Schwere der erektilen Dysfunktion in der männlichen Bevölkerung bei, verglichen mit der mit optimaler Mundgesundheit?“ Dies wiederum wird es zahnmedizinischen Fachkräften und anderen Angehörigen der Gesundheitsberufe im Rahmen eines multidisziplinären Teamansatzes ermöglichen, das Thema mit männlichen Patienten zu besprechen und es möglicherweise zu nutzen, um positive Verhaltensänderungen zu fördern und die Symptome von ED und Parodontitis zu verbessern.

METHODIK UND VORGEHEN

Die elektronische Suche wurde zwischen August und November 2020 in den folgenden Datenbanken durchgeführt: Web of Science (WoS), SCOPUS, PubMed, NHS Knowledge Network und Cochrane Library. Boolesche Logik und Trunkatoren wurden für die Suche nach den folgenden Begriffen „erektile Dysfunktion“ UND „Parodontitis“ ODER „Mundgesundheit“ verwendet. Die Referenzabschnitte aller zwischen 2018 und 2020 veröffentlichten Arbeiten wurden dann gescreent, um zusätzliche relevante Datensätze zu identifizieren.

Insgesamt wurden 338 Datensätze identifiziert, die nach einem ersten Screening und einer kritischen Bewertung auf 11 reduziert wurden.

ERGEBNISSE

Obwohl die einzelnen Studien unterschiedlich durchgeführt wurden, was einen Vergleich der Ergebnisse erschwert, kristallisierten sich drei gemeinsame Themen heraus:

  • Parodontitis ist ein Risikofaktor für die erektile Dysfunktion
  • Der Schweregrad der Parodontitis steht im Zusammenhang mit dem Schweregrad der erektilen Dysfunktion
  • Eine Parodontalbehandlung verbessert die erektile Dysfunktion

Die detaillierten Ergebnisse sind hier zu finden.

SCHLUSSFOLGERUNG

Die vorliegenden Erkenntnisse zeigen einen direkten Zusammenhang zwischen Parodontitis und ED. Die Art des Zusammenhangs bleibt jedoch unklar. Weitere Studien sind erforderlich, um festzustellen, ob der Zusammenhang kausal ist oder nicht. In der Zwischenzeit ist es wichtig, dass die Ärzte für Allgemeinmedizin weiterhin einen ganzheitlichen Ansatz bei der Patientenversorgung verfolgen und sich auf die Prävention konzentrieren.

Quelle: nature.com

1 Kessler A, Sollie S, Challacombe B, Briggs K, Van Hemelrijck M. The global prevalence of erectile dysfunction: a review. BJU Int 2019;124: 587-599.

2 NHS Inform. Erectile dysfunction (impotence). Last updated 28 October 2021. Available at: https://www.nhsinform.scot/illnesses-and-conditions/sexual-and-reproductive/erectile-dysfunction-impotence#about-erectile-dysfunction (accessed January 2022).

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